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Dives-sur-Mer
Dives-sur-Mer ist ein kleiner, unscheinbarer Ort der Normandie, der auf eine große Geschichte zurückblickt.
In Dives sur Mer an der "Cote Fleurie" im Calvados nämlich stellte der spätere Wilhelm der Eroberer im Jahr 1066 seine Invasionsflotte und seine Armee aus 7000 Normannen, Bretonen und Flamen zusammen, um zur Eroberung Englands über zusetzen. Dass er ausgerechnet diesen Ort wählte, lag nicht nur an der damals strategisch günstigen Lage, sondern auch an der Tatsache, dass Dives-sur-Mer ein seinerzeit berühmter Pilgerort war.
Im Jahr 1001 nämlich ging dort den Fischern ein hölzerne Christusfigur ins Netz, die offensichtlich Teil eines Kruzifixes war, sich aber keinem neu geschaffenen Kreuz anpassen wollte. Vier Jahre später wurde das passende Kreuz an Land geschwemmt, und dem nun vollständigen Kruzifix wurden bald zahllose Wunder nachgesagt, die ein Flut von Pilgern anzogen. Die kleine Dorfkirche in Dives-sur-Mer wurde schließlich von Benediktinermönchen übernommen, die das Pilgergeschäft organisierten. Wilhelm soll dieses Kruzifix um Erfolg seiner England-Invasion angefleht habe. Im Jahr 1067, nach der erfolgreichen Schlacht bei Hastings, stiftete der Eroberer Geld für eine neue Kirche, Notre-Dame. Von diesem Bau sind nur noch spärliche Relikte vorhanden, denn die Kirche wurde im Lauf der Jahrhunderte zerstört, neu gebaut und erweitert. So ist sie heute ein etwas disharmonisches Flickwerk aus Stilmitteln aus mehreren Epochen vom 11. bis 15. Jahrhundert. Das heilbringende Kruzifix wurde 1562 von protestantischen Soldaten zu Kleinholz gehackt. Im Inneren der Portalfassade wurde schließlich 1862 eine Tafel mit den Namen der Kampfgefährten Wilhelms angebracht.
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Zu den Reizen des heutigen Dives-sur-Mer gehören auf dem Place de la République Les Halles, eine überdachte Markthalle aus dem 15. und 16. Jahrhundert, in der noch heute jeden Samstag Markt gehalten wird, sowie das gegenüberliegende Manoir Bois-Hobon, das frühere Stadthaus des Herzogs von Falaise aus de Jahr 1695. Auch sonst versucht man in dem kleinen Ort den Touristen einen angenehmen Zeitvertreib zu bieten. Am Ende der Rue Général Manneville wurde ein ehemaliges Gasthaus aus dem 16. Jahrhundert zum Village Guillaume-le-Conquérant umgestaltet, ein Komplex mit einer Reihe kleiner Trödel- und Antiquitätenläden, sowie einigen Galerien. Dem Eroberer wurde ebenfalls der neue Jachthafen gewidmet, der Port Guillaume. Seit Wilhelms Zeiten ist die Küste vor Dives-sur-Mer derart versandet, dass der Ort mittlerweile ziemlich weit vom Meer entfernt liegt. Für die Hafen wurde deswegen die Flussrinne ausgebaggert.
Foto: VoyageMedia
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