Trouville (Seebad)
Mondäne Badewelt und bekannter Ferienort der Normandie: Trouville
Deauville und Trouville, lediglich durch den Fluss Touques getrennt, sind Schwestern, wenn auch nicht unbedingt solche, die sich sehr zugetan sind.
Denn zum Leidwesen von Trouville ist der elegante, wenngleich lärmende Badeort für manche Besucher mehr oder weniger nur ein >Vorort< des mondänen Deauville.
Sehr zu Unrecht, denn Trouville kann noch auf eine Vergangenheit und Gegenwart als aktiver Fischerort blicken, während Deauville eine relativ junge Stadt ist, einzig zum Zweck der eleganten Sommerfrische aus dem Boden gestampft.
Das einstmals idyllische Fischerdorf Trouville wurde in der ersten Hälfte des 19. Jh. von Künstlern „entdeckt“. Alexandre Dumas verbrachte dort 1829 erstmals seine Ferien, ebenso wie die Maler Paul Huet, Eugène Isabey und Charles Mozin. Deren Gemälde von Trouville, in Paris ausgestellt, lockten schließlich auch andere Künstler, Geistesgrößen und Salonlöwen in den pittoresken Ort.
Schließlich wurden die ersten Ferien-Villen in Trouville erbaut, und in den 1860er Jahren gab es bereits ein Kasino, etliche Hotels, die charakteristische Holzpromenade am Strand und einen Eisenbahnanschluss.
Die Eleganz und Gemächlichkeit jener Sommerfrische des 19. Jh. ist nur noch in Ansätzen zu erahnen. Sie wurde verdrängt von hektischer Betriebsamkeit und den Bedürfnissen des allsommerlichen Massenansturms: Die Straßen sind verstopft, die Kellner in Cafés und Restaurants auf Blitzservice trainiert, die Hotels in der Regel ausgebucht, und auf der Promenade treten sich die Spaziergänger gegenseitig auf die Füße. An stilleren Tagen jedoch wird man die Reize des renommierten französischen Badeortes kennen lernen können.
Zentrum aller Seebäder an der Côte Fleurie ist das Kasino, das auch hier mit seinen Spielautomaten, einem Kino und einem Restaurant Mittelpunkt abendlicher Vergnügungen ist und daneben noch eine Klinik für Thalassotherapie beherbergt. Es befindet sich unübersehbar zwischen dem Strandbereich und dem Flussufer das mit seinen hohen, schmalen Häusern und dem Fischerhafen, wo morgens auch der Fischmarkt stattfindet, das eigentliche Ortszentrum von Trouville bildet.
Der elegantere Teil Trouvilles erstreckt sich am goldgelben Sandstrand entlang der aus Holzplanken gebauten Promenade des Planches, die von üppigen Villen und pompösen Hotels gesäumt wird.
Bild: Vergangene Eleganz am Strand von Trouville
Die Villen sind alle in Privatbesitz, bis auf die Villa Montebello in der Rue Général Leclerc. Das Haus aus dem Jahr 1866 mit seinen italienischen Anklängen ist exemplarisch für jene frühe Bäderarchitektur des Adels.
Hier bedindet sich das Stadtmuseum mit Gemälden der Künstler von Trouville sowie historische Memorabilia zum Thema Seebad.
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