Landschaft und Umwelt

Landschaft und Umwelt der Normandie Landschaft und Umwelt in der Normandie im Hinterland der malerischen Küsten sind geprägt von weiten Wiesen, vielen Pferden und Schafen

Landschaft und Umwelt der Normandie

Klippen, Sandstrand, sanfte oder felsige Hügel, Schluchten, Wälder, Weideland und Moor - die Normandie hat nahezu alle europäischen Landschaftsformen zu bieten. Jede Region hat ihren eigenen Charakter und weist eine Vielfalt auf, die fast jeder touristischen Vorliebe für Urlaub in der Normandie entgegen kommt.

Deswegen ist die Normandie auch kaum als geografisch einheitlich zu beschreiben, auch wenn einige „typisch normannische“ landschaftliche und kulturelle Merkmale überall auftauchen - wie heckengesäumtes, sattgrünes Weideland mit trägen Kühen, idyllische Flusstäler, Apfelplantagen und Fachwerkhäuser, in denen oft auch Ferienwohnungen in der Normandie zu finden sind. Die Normandie ist ein künstliches Gebilde mit Grenzen, die durch Eroberungen oder Verhandlungen gesetzt wurden und auf geografische Strukturen nur bedingt Rücksicht nehmen. Zumindest boten Flusstäler gewisse Anhaltspunkte, als einstmals die Wikinger dieses fruchtbare und reiche Land für sich beanspruchten. Die Seine ist die Hauptschlagader, mittlerweile schiffbar für Ozeanfrachter bis Rouen und damals wie heute ein Zugang nach Paris. Im Osten bildet die Bresle die Grenze zur Nachbarprovinz Picardie, im Westen der Couesnon zur Bretagne. Die beiden Seinezuflüsse Eure und Epte markieren ungefähr die Grenzen zur Île-de-France.

Darüber hinaus ist die Normandie keine einheitliche Provinz, sondern mittlerweile verwaltungstechnisch in zwei Teile geteilt, Basse Normandie und Haute Normandie, sowie in fünf Departements. Zur Haute Normandie gehören die Départements Seine-Maritime und Eure, zur Basse Normandie die Départements Calvados, Orne und Manche. Doch diese politischen Einteilungen sind wiederum in kleinere Gebiete, die Pays, untergliedert, die den natürlichen geografischen Charakter einer Landschaft berücksichtigen.

Bodenbeschaffenheit, Landwirtschaft und die Kultur der jeweiligen Pays sind im Groben über die erdgeschichtliche Entwicklung zu begreifen. Das Frankreich, das wir kennen, entstand geohistorisch in zwei Stufen, von denen beide in der Normandie vertreten sind. Die einstigen „Felsinseln“ des Massif Central, der Vogesen und des Armorikanischen Massivs, das die Bretagne, die normannische Halbinsel Cotentin wie auch Teile der britischen lnseln einschließt, entstanden etwa vor 250 Mio. Jahren. Vor 65 Mio. Jahren wich das Meer zurück, und die Kalkablagerungen des Jura formten allmählich die >Zwischenräume< zwischen den alten Gesteinsformationen. In noch jüngerer Zeit, etwa vor zwei Millionen Jahren, entstanden die Anschwemmungen, die z.B. die einstige Insel Cotentin zur Halbinsel machten, eine Entwicklung,die bis heute nicht vollständig abgeschlossen ist. Die Kreideküsten des Pays de Caux, die Côte d'Albâtre, ein Pendant der Kreidefelsen des englischen Dover, sind ständigen Erosionen ausgesetzt.

Und die Veränderungen in der Bucht des Mont Saint-Michel sind erdgeschichtlich fast mit bloßem Auge zu erkennen - die Bucht war vor etwa 1500 Jahren noch mit Wald bedeckt, wurde dann geflutet und droht mittlerweile wieder zu versanden. Diese Entwicklung prägte neben dem Klima und den kulturellen Einflüssen das Bild der Normandie. Das Klima ist im Westen der Provinz, dem Département Manche mit der Halbinsel Cotentin, vor allem durch den Golfstrom bestimmt, der in der rauhen Felsenlandschaft Palmen und andere exotische Pflanzen gedeihen lässt, da die Winter mild und nahezu frostfrei sind. Weiter im Landesinneren kann es natürlich kühler werden, doch dank der Meeresluft und der geringen Höhen die höchste Erhebung der Normandie erreicht knapp über 400 m - ist es jedoch auch dort nie so bitter kalt, dass es zu heftigen Schneefällen kommt.

Die Luft ist aber feucht genug, um die Weiden auch im Winter saftig grün erscheinen zu lassen. Feuchte Luft heißt hier vor allem, dass es ziemlich häufig regnet. Aber wie das Fremdenverkehrsamt so treffend sagt: In der Normandie ist täglich schönes Wetter - es gibt zumindest in den Sommermonaten selten Dauerregen, dafür aber gelegentliche Schauer. Ihre wirtschaftliche Nutzung hat über die Jahrhunderte das Bild der Landschaft grundlegend verändert. Die Normandie war zu Zeiten der Wikingerinvasion und noch Jahrhunderte danach von Wäldern bedeckt, hauptsächlich Laubwäldern. Doch ab dem späten Mittelalter wurden diese Wälder für die landwirtschaftliche Nutzung gerodet. Nur wenige sind übrig geblieben. Doch sie zeigen noch eine, wenn auch forstwirtschaftlich gepflegte, Wildheit, die den Reiz dieser Landschaft als Jagdgebiet fränkischer und französischer Könige wie auch als viel versprechendes fruchtbares Ackerland ausmachten. Die einzigen geschützten Waldgebiete befinden sich im Forêt de Lyons, im Forêt d'Eu und im Provinz-übergreifenden Parc Naturel Regional Normandie-Maine.

In der Normandie unterscheidet man zwei Landschaftsformen neben den Küstenregionen:

Campagne und Bocage. Die oft nahezu baumlose Campagne wird überwiegend für Ackerbau, in der Regel den Anbau von Getreide, genutzt, während sich das Bocage als heckenumsäumtes Weideland präsentiert.

Die Campagne umfasst das Pays de Caux zwischen Le Havre und Dieppe, das Vexin normand zwischen den Flüssen Epte und Andelle, die Campagne d'Évreux, die Campagne de Caen- Falaise und das Pays d'Argentan-Sées-Alençon, die alle zum Kreideplateau gehören, dessen fruchtbarer Boden für den Weizenanbau und den Anbau anderer Ackerpflanzen wie Leinen, Zuckerrüben und Flachs genutzt wird und landschaftlich kaum Abwechslung für das Auge bietet.

Die traditionelle Milchwirtschaft, die überall in der Normandie zu finden ist, wird dort zunehmend von der Fleischrinderzucht abgelöst, weswegen die Getreidefelder mehr und mehr Weideland und Viehfutteranbau weichen. Reizvoll ist die Landschaft der Campagne dort, wo sich die Seine ihr Bett
mäandernd durch die Kreide gesucht hat, mit bewaldeten Hügeln und Klippen, die das Flusstal einrahmen.

Als „Übergangsländer“ zwischen Campagne und Bocage werden das Pays d'Ouche südöstlich von Lisieux, das teilweise von Wald bedeckt ist, und der hügelige Perche normand im äußersten Süden der Normandie bezeichnet. Weideland dominiert die beiden Landschaften, aber während im Pays d'Ouche hauptsächlich Kühe zu finden sind, dominiert im Perche normand die Pferdezucht.

Landschaftlich sehr viel reizvoller als die Regionen der Campagne sind die des Bocage, Das Pays de Bray, obgleich auf dem Kreideplateau südlich des Pays de Caux gelegen, bildet dort eine Ausnahme im Einerlei der Landschaft. Die Region ist eine Niederung, die von zwei Kreideebenen eingerahmt ist. Auf den saftig grünen Wiesen wird überwiegend Milchvieh gehalten, das den Grundstock für den wunderbaren Käse der Region liefert. Doch ebenso wie in anderen Milchviehregionen gehen die Bauern mehr und mehr zum Fleischrind über.

Auch das Pays d'Auge im Calvados erstreckt sich in flachen und feuchten Tälern der Flüsse Touques und Dives. In dieser fruchtbaren Region findet man die zahllosen Apfelplantagen, aus deren Früchten der beste Cidre und Calvados der Normandie gekeltert und destilliert wird, sowie jene Kühe, aus deren Milch zwei der hervorragenden Käse der Normandie hergestellt werden.

Das Bocage normand westlich der Orne geht im Süden in die hügeligen Ausläufer der Normannischen Schweiz über und ist ebenfalls für seine Apfel-, aber auch Birnenplantagen berühmt. Nahezu reines „Milchland“ ist hingegen die sumpfige Niederung des Bessin, deren Zentrum Isigny ein Markenname für Sahne und Butter ist. Die Halbinsel Cotentin hingegen ist das natürlichste Bocage, eine Landschaft, die mit der felsigen Nordküste und den grünen, von Hecken oder Steinmauern umsäumten Weiden an lrland oder Südwestengland erinnert. Der Boden dort ist zu felsig, um ihn für Ackerbau zu nutzen, doch findet man in den Küstenregionen zahlreiche Gemüsegärten, die dank des Golfstroms reiche Ernte bringen.

Die Vielfalt der normannischen Landschaften und deren besondere Bodenbeschaffenheiten haben auch die Küsten geprägt. Das Kreideplateau des Pays de Caux endet am Meer mit den spektakulären Klippen der Côte d'Albâtre. Die Sand- oder mehr noch Steinstrände sind dort schmal, dafür findet man verträumte Buchten, die allerdings nur bei Ebbe zugänglich sind.

Die Côte Fleurie zwischen Cabourg und Honfleur hingegen ist weitaus sanfter und bietet feinste Sandstrände, die insbesondere bei Ebbe auch sehr breit sind und zudem im Lauf der Jahre immer breiter werden. Es ist ein Anlandungsgebiet, wo das Meer den ausgewaschenen Sand von anderen Küsten wieder anschwemmt. Lillebonne zum Beispiel, das heute im Landesinneren liegt, war zur römischen Zeit noch eine Hafenstadt.

Die großartigsten Strände der Normandie findet man an der Côte de Nacre (Perlmuttküste) zwischen Ouistreham und Grandchamp-Maisy. Dünen oder bestenfalls niedrige Hügel säumen diese Küsten Landschaft. Von Schwemmland sind auch die Ost- und die Westküste der Halbinsel Cotentin geprägt, weswegen man dort endlos lange Sandstrände und Dünen vorfindet. Die Nordküste hingegen ist wild, felsig und gefährlich, da vor allem am Cap de la Hague verschiedene Meeresströmungen aufeinander treffen.

Foto: VoyageMedia für Normandie-Netz.de

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