Reisebericht Normandie – Camping in Montmartin-sur-Mer Der Campingplatz in Montmartin-sur-Mer ist einen Besuch wert - viel Ruhe nicht weit weg vom Meer mit tollen Stränden für kleines Geld

Reisebericht Normandie – Camping in Montmartin-sur-Mer

Der Campingplatz in Montmartin-sur-Mer war im Campingurlaub in der Normandie mal wieder eine echte Überraschung.

Ein aussergewöhnlicher Platz für einen Normandie-Aufenthalt, den wohl nicht viele Normandie-Reisende kennen.

Der Ort Montmartin-sur-Mer, den wir am 23.08.2013 erreichten, liegt auf der Westseite des Cotentin praktisch an der Bucht des Mont-Saint-Michel. Wir sind von Port-en-Bessin-Huppain und den Landungsstränden am Omaha Beach dorthin gefahren, weil wir nicht die überfüllten und lauten grossen Campings der Normandie, sondern eher die kleinen feinen Campingstellplätze suchen.

Montmartin-sur-Mer ist nicht nur eine niedliche verträumte Stadt im Arrondissement Coutances, im Département Manche und in der Region Basse-Normandie, es ist auch nach der aufregenden Tour entlang der „Plages Debarquement „ inklusive Besuch im D-Day-Museum in Avranches und den Überresten der Landung alliierter Truppen in der am 6.Juni 1944, die man hier sehen kann, ein lohnendes Ziel um wieder zur Ruhe zu kommen und sich ein bisschen zu erholen.

Amerikanischer Soldatenfriedhof NormandieDer Besuch auf dem riesigen amerikanischen Soldatenfriedhof in Coleville, auf dem neben tausenden amerikanischen Soldaten, darunter zwei Brüder des Soldaten James Ryan aus dem gleichnamigen Film auch der US-Präsident Theodor Roosevelt seine letzte Ruhestätte gefunden hat und der Blick über die Strände an der Ärmelkanalküste, die einst blutrot waren, nimmt einen mehr mit als man zunächst glaubt.

Immer noch versucht man, sich deutlich zurückhaltender zu verhalten unter all den vielen Besuchern, die englisch, französisch und italienisch, teils auch russisch oder sogar polnisch sprechen. Es ist fast körperlich unangenehm zu wissen, dass all diese Nationalitäten so sehr unter der deutschen Kriegsführung leiden mussten und heute so unbeschwert neben einem herlaufen. Ein wenig Bescheidenheit fanden wir also durchaus angebracht beim Anblick tausender Grabkreuze aus weissem Marmor, die hier an diesem so geschichtsträchtigen Ort in der Normandie in Reih und Glied aufgereiht zum Frieden mahnen.

Stationen der Tages-Tour von Port-en-Bessin-Huppain nach Montmartin-sur-Mer (93 km, ohne Pausen bequem in 2 Stunden zu schaffen)

D514 Port-en-Bessin-HuppainStart in Port-en-Bessin-Huppain über D 514 nach Coleville (Aufenthalt dort mind. 2 Stunden) – weiter auf D 514 nach Grandcamp-Maisy und Osmanville, dort abbiegen auf die D 613 nach Isigny sur Mer oder über die Nationalstrasse N13 am Ort selbst vorbei. Durch die Landschaft des normannischen Naturparks „Parc naturel régional de Marais du Cotentin et du Bessin“ nach Carentan, ab dort auf der D 971, der „Mare Palu“ auf eine schnurgraden Strasse die an amerikanische Highways erinnert, in südwestlicher Richtung über Périers nach Coutances. (Aus Coutances stammt ein hervorragender Käse der Normandie, der sich hinter dem berühmten normannischen Camembert nicht verstecken muss.) Nun sind es kaum noch 10 Kilometer und kurz nach dem Ortseingangsschild in Montmartin-sur-Mer zeigt ein weiteres Schild den Weg nach rechts zum Campingplatz…- der Empfang heisst hier „Acceuil“ – und wenn der nicht besetzt ist einfach davor schön in die Sonne setzen – der Chef taucht umgehend auf und schon ist man am Ziel. Donnerstags abends kommt übrigens ein wirklich guter Pizza-Mann, der auf seinem LKW mit frischen Zutaten Pizza direkt auf dem Campingplatz anbietet, fast besser als in der heimischen Stamm-Pizzeria und keinesfalls teurer…

Alles andere von frischem Baguette über Milch, Eier bis hin zum Fleisch zum selber grillen kann man direkt im Ort Montmartin-sur-Mer einkaufen. Wem der kleine Markt mittwochs im Ort nicht reicht, der kann in nur 3 Kilometer Entfernung in Hauteville-sur-Mer ausser montags jeden Tag frisch vom Markt einkaufen gehen.

Mont Saint MichelMontmartin-sur-Mer erschien uns also erstens weit genug weg und zweitens sollte es von hier aus anschliessend zu einer weit friedlicheren, aber ebenso bekannten Sehenswürdigkeit der Normandie gehen: Geplant war für den übernächsten Tag eine Fahrt zum Mont Saint Michel, Weltkulturerbe der UNESCO und mit mehr als 4 Mio. Besuchern im Jahr Anziehungspunkt und Markenzeichen der Normandie.

Vorher aber konnten wir auf dem Campingplatz in Montmartin-sur-Mer wirklich toll ausspannen. Angelegt in einem ehemaligen Steinbruch, umsäumt von Felsen schmiegen sich die grosszügigen Stellplätze dieses privaten Campings in ein stilles Tal. Einfache, aber saubere Sanitäreinrichtungen, ein grosser Spielsaal und ein Spielplatz für die Kinder, ein herrlich abseits der Bungalows und Zelte eingerichteter Grillplatz und ein ausserordentlich freundlicher Chef lassen für Urlauber auf ihrer Normandie-Tour keine Wünsche offen.

Strand bei BlainvilleToll auch der kurze Weg an einen breiten Strand bei Blainville, an dem sich das Meer mit Blick Richtung Westen, die südlichen Kanalinseln und den Sonnenuntergang bei Ebbe etwa einen Kilometer weit zurückzieht. Man kann in dieser Zeit entspannt Muscheln suchen, auf dem brett-ebenen Untergrund Boule spielen oder einfach eine schöne Wanderung machen. Die Kinder können sich wunderbar frei bewegen und geniessen die riesige Weite – der Golfstrom lässt das Klima an diesem Teil der Normandie-Küste lange Zeit im Jahr sehr mild wirken, in vielen Gärten kann man kleine Palmen und am Wegrand sogar auch mal Feigenbäume entdecken. Die obligatorische Portion „Moules Frites“ gibt es natürlich auch – kaum 20 Schritte vom Strand entfernt. Allerdings sollte man sich für die Variante „a la Creme“ entscheiden, denn bessere Sahne als die Creme fraiche aus der Normandie gibt es wirklich nicht.

Camping Montmartin-sur-MerDie Übernachtungskosten für Eltern und 2 Kinder mit Zelten und Strom lagen auf dem Campingplatz in Montmartin-sur-Mer bei nicht einmal 15 Euro pro Nacht – Billigurlaub in der Normandie ist also sogar in der Hauptreisezeit möglich, wenn man sich abseits der ausgetretenen Touristenwege umschaut. Für uns steht fest: im nächsten Urlaub in der Normandie schauen wir wieder in Montmartin-sur-Mer vorbei – vielleicht sehen wir uns zur Apfelblüte im Calvados im nächsten Frühjahr schon wieder?

H. Frenzen aus NRW
(unterwegs nur mit einem PKW Kombi und zwei Wurfzelten für 4 Personen…)

Foto: VoyageMedia für Normandie-Netz.de

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