Malerei und Maler

Malerei Normandie Der Garten in Giverny von Claude Monet bildete die Vorlage für viele Werke der Malerei und ist heute noch Touristenmagnet der Normandie

Malerei und Maler der Normandie: Der Zauber des Lichts

Malerei und Maler der Normandie und ihre Kunstwerke werden häufig als der Zauber des Lichts bezeichnet - Kunstreisen in die Normandie sind daher häufig in den Angeboten grosser Reiseveranstalter für Normandie-Urlaub zu finden. Die große Zeit der darstellenden Kunst in der Normandie war der Impressionismus, eine Stilrichtung, die in der zweiten Hälfte des 19. Jh. die Malerei revolutionierte und für deren Sujets und Maltechnik die Normandie wie geschaffen schien. Die "Geburt" des Impressionismus fand 1874 in Paris anlässlich einer Ausstellung junger Maler statt – unter ihnen Monet, Pissarro, Renoir, Degas und Sisley.

Eines der Werke Monets trug den Titel „Impression, soleil levant“, nach dem ein Kritiker die Künstler dieser Ausstellung verächtlich Impressionisten nannte. Revolutionär an dieser Stilrichtung war, dass die Künstler die Atelierkunst mit ihren etablierten Themen verlassen hatten und stattdessen im Freien unter natürlichen Lichtbedingungen malten, mit Farben, die dem natürlichen Sonnenspektrum entsprachen, und mit Motiven aus Natur und Landschaft.

Was lag für die Künstler näher (auch buchstäblich an Paris) als die Normandie mit ihren Landschaften, Stränden, Klippen, ihrem Badeleben und vor allem dem ständig wechselnden Licht?

Vorläufer all dieser berühmten Impressionisten war ein Normanne, Eugène Boudin (1824-1898) aus Honfleur, der zwar keine künstlerische Ausbildung genossen hatte, aber ein ebenso begeisterter wie begabter Maler von Himmel, Strand und Meer war - weswegen er auch liebevoll "König der Himmel" genannt wurde. In seinem Papiergeschäft in Le Havre organisierte er auch Ausstellungen, wodurch er mit den französischen Malern seiner Zeit in Kontakt kam.

Boudin, der die Landschaften seiner normannischen Heimat und ihrer malerischen Regionen liebte, gehörte, wie es in Kunstkreisen heißt, zu den Vorimpressionisten. Förderer Boudins war François Millet (1814-1875) der allerdings nicht zu den Impressionisten gehörte, sondern traditionelle Atelierbilder malte. Der Künstler aus Gruchy bei Cherbourg schuf jedoch in seinen späteren Lebensjahren vorzugsweise bäuerliche Szenen, die von dunkler Erdhaftigkeit sind.

Le Havre mit seiner Kunstakademie brachte zwei Maler hervor, die zu den bedeutenden französischen Impressionisten gehören. Emile Othon Friesz (1879-1949) malte zu nächst Porträts und Hafenansichten. Als er ein Stipendium für die Akademie in Paris erhielt, schloss er sich den Fauvisten an, eine Stilrichtung, die ebenfalls wie der Impressionismus ihren Namen einer abwertenden Bemerkung eines Kritikers zu verdanken hat (Les Fauves - die Wilden).

Diese „Wilden“ nahmen sich Gauguin und van Gogh zum Vorbild, jedoch ohne deren Naturalismus. Farben wurden nicht ihren natürlichen Formen zugeordnet, sondern völlig frei an die Bildmotive verteilt.

Auch Raoul Dufy (1877-1953) gehörte zu den Fauvisten. Er lernte das Malen in Abendkursen der Akademie in Le Havre, wo er Friesz und Georges Braque kennenlernte. Wie Friesz erhielt er ein Stipendium für Paris, hatte dort eine impressionistische Phase, wandte sich dem Fauvismus zu und schließlich dem Kubismus. Da er sich mit Holzschnittillustrationen und Stoffmustern finanziell über Wasser halten musste, wurden seine späteren Bilder von der Farbigkeit und Leichtigkeit dieses Broterwerbs beeinflusst. Seine Aquarelle gehören zu den schönsten Werken dieser Phase.

Jules Fernand Léger (1881-1955) aus Argentan aribeitet unächst als Bauzeichner in Caen, bis auch er nach Paris ging. Der Weg von den Impressionisten über die Fauvisten bis zum Kubismus wurde von Léger radikaler beschritten als von seinen Künstlerkollegen. Der Kubismus mit seinen technischen Formen war für ihn die ideale Ausdrucksform für das Thema Mensch und Technik. Als Soldat im Ersten Weltkrieg fertigte er beeindruckende Skizzen und Zeichnungen vom Grauen des Krieges an, eine Erfahrung, die sein Lebensthema beeinflusst haben dürfte.

Der weltweit berühmteste Künstler der Normandie, dessen Werk bis heute eine ungeheure Faszination ausstrahlt,ist zweifellos Claude Monet (1840-1926). Sein Haus und der Garten in Giverny strahlen selbst jene Leichtigkeit und Anmut aus, die sich in seinen Bildern widerspiegeln, weswegen wohl auch das Anwesen zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Normandie gehört.

Monet kam mit seinen Eltern im Alter von 5 Jahren von Paris nach Le Havre, wo er Zeichnen lernte, später von Boudin mit der Freiluftmalerei vertraut gemacht wurde und damit begann, Küstenbilder zu malen. Einige Zeit darauf ging er nach Paris, lernte in verschiedenen Ateliers und kam mit anderen Impressionisten in Kontakt. Stets von Geldproblemen geplagt, verließ er Paris und mietete sich 1883 jenes damals noch bescheidene Haus in Giverny das er sich erst kaufen konnte, als er in späteren Jahren auch kommerziellen Erfolg hatte.

Dort erreichte er den Höhepunkt seiner Schaffenskraft, besonders nachdem er seinen berühmten Garten angelegt hatte, der ihm in seinem Reichtum an Farben und Formen Inspiration und Erfüllung gleichermaßen war. Seine Seerosenbilder, die er ab 1899 oft in riesigem Format malte, schuf er in so zahlreichen Variationen, dass keines dem anderen gleicht. Getrübt wurde diese Phase jedoch durch ein Augenleiden, das ihm die Kunst wie auch das Leben erschwerte.

Die Maler in der Normandie griffen ihr Umfeld – sei es Monet mit seinem Garten, sei es das sommerliche Küstenleben – als Thema auf, das den Charme dieser normannischen Impressionisten ausmacht. Doch ihnen folgten auch Künstler aus aller Welt, die zumindest besuchsweise dem Ruf der Normandie folgten. Carl Spitzweg malte den Strand von Dieppe, Friedensreich Hundertwasser besaß einen Bauernhof in der Normandie. Auch Gauguin, Degas, Delacroix, Cézanne, Braque oder der englische Landschaftsmaler William Turner ließen sich vom Zauber der Landschaft, von Zusammenspiel von Himmel, Meer und Land faszinieren.

Foto: VoyageMedia / normandie-netz.de

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