Stadtrundgang Caen

Stadtrundgang Caen Durch Caen schlendern und den Trubel geniessen

Stadtrundgang in Caen: Die Burganlage in Caen, auf einer Anhöhe im Herzen der Stadt gelegen, bildet, in einigem Abstand flankiert von den beiden Abteien, das kulturelle und geografische Zentrum Caens.

Es ist ein massives und trutziges Bauwerk, das über Jahrhunderte entstanden ist, ein erstaunlich weitläufiges Areal umfasst und zwei bedeutendsten Museen von Caen birgt: das Musée de Normandie und das Musée des Beaux-Arts.
Die ältesten Teile der Burg Caen wurden ab 1060 von Wilhelm dem Eroberer errichtet, dann 1123 von seinem Sohn Henry I. Beauclerc mit einem Wehrturm und einem Wohngebäude versehen und schließlich im 13., 14. und 15. Jahrhundert vergrößert und verstärkt.
Die einzige Zerstörung, die sie vor der Bombardierung von Caen 1944 erfuhr, war der Angriff der Revolutionäre im Jahr 1793, die den Turm bis auf die Grundmauern niederrissen als Rache dafür, dass dort einige ihrer Partisanen eingekerkert waren.
Die Bombenschäden des Zweiten Weltkriegs wurden bis auf den Turm wieder repariert und die gesamte Anlage darüberhinaus in ihrer einzigartigen Lage akzentuiert. Nicht nur wurde der ursprünglich mittelalterliche Innenhof von späteren Bauten entkernt, sondern auch die Häuser, die bis dicht an die Burgmauern standen, abgerissen und somit eine großzügige Grünanlage geschaffen.

Im Innenhof wurde auch die Herzogsresidenz mit der Salle de l'Echiquier aus dem 12. Jahrhundert wieder rekonstruiert, einen Raum, der Henry I. als eine Art Sitzungssaal diente und seinen Namen von den Tischplatten im Schachbrettmuster erhielt. Henry ließ auch die Kapelle Saint-Georges auf dem Burggelände errichten, um den zahlreichen Burgbewohnern und der umfänglichen Dienerschaft auch seelsorgerische Annehmlichkeiten zu bieten. Die Kapelle wurde im 15. Jahrhundert stark verändert und dient heute als Raum für Wechselausstellungen.

Caen - Abbaye des Hommes (© Guichard / Office de Tourisme de Caen)In der ehemaligen Residenz des Landvogts (15. und 16. Jahrhundert) und später des Stadtgouverneurs (17. und 18. Jahrhundert) ist seit 1963 das Musée de Normandie untergebracht, mit Exponaten aus dem alltäglichen Leben, von normannischen Kostümen, über Hausrat bis zu wuchtigen Möbeln.

Einziger moderner Bau innerhalb des Burgmauern ist das Musée des Beaux-Arts, das Kunstmuseum, das mit seiner architektonischen Gestaltung den Kunstwerken einen adäquaten Rahmen bietet. Die in großzügigen Räumlichkeiten ausgestellten Gemälde reichen von italienischen Meistern des 15. bis 17. Jahrhunderts über die französischen Impressionisten bis hin zu zeitgenössischer Kunst. Darüber hinaus verfügt das Museum über eine beachtliche Kupferstichsammlung mit über 50 000 Werken.

Östlich der Burg von Caen, von der Brustwehr der Mauern in ihrer Gesamtheit gut zu überblicken, leigt die Abbaye-des-Dames, die Frauenabtei, die Königin Mathilde ab 1060 bauen ließ. Die ursprünglichen mittelalterlichen Konventsgebäude wurden im 18. Jahrhundert durch etwas komfortablere Bauwerke ersetzt, jedoch nicht ganz vollendet, da die Revolution dazwischenkam.

Deswegen hat der Kreuzgang auch nur drei Seiten. Eine der Klosterschülerinnen in jenen revolutionären Zeiten war Charlotte Corday, die später in Paris Marat ermorden sollte. Seit 1986 ist in dem Komplex der restaurierten Abtei die Provinzverwaltung der Basse Normandie untergebracht.

Erhalten blieb jedoch die Abteikirche La Trinité, in dem sich auch das Grab der Mathilde befindet. Sie starb 1083, fünf Jahre vor ihrem Mann Wilhelm. Ihr Grab im Chor der Kirche ist von einer schlichten Grabplatte aus schwarzem Marmor bedeckt. Der bemerkenswerteste Teil der Kirche ist die Krypta, die mit ihren 16 Säulen einen außerordentlichen Eindruck bietet, vor allem, da sie seit dem 11. Jahrhundert unverändert geblieben ist.
Auf der anderen Seite der Burg befindet sich Wilhelms Abbaye-aux-Hommes, die Männerabtei. Vermutlich 1063, wahrscheinlich jedoch 1066, begannen die Bauarbeiten an der Abteikirche Saint-Étienne, die 1077, als er bereits König von England war, geweiht wurde. Als erster Abt wurde jener Lanfranc berufen, der zwischen Papst und Herzogspaar vermittelt hatte. Er verließ jedoch einige Jahre später Caen, um der erste Erzbischof von Canterbury zu werden. Ebenso wie die Abbaye-des-Dames wurden die alten Klostergebäude im 18. Jahrhundert durch Neubauten ersetzt und dienen nun seit 1965 als Rathaus. Die Abteikirche, die noch bis ins 14. Jahrhundert umgebaut und erweitert wurde, gehört zu den schönsten romanischen Bauten der Normandie, deren gotische Ergänzungen sich harmonisch ins Gesamtbild einpassen.

Im Jahr 1087 wurde Wilhelm im Chor der Kirche beigesetzt, allerdings unter wenig erfreulichen Umständen. Er starb nach monatelanger Agonie in Rouen, nachdem er während einer Schlacht im Mantes vom Pferd gestürzt war. Sein Leichnam blieb tagelang unbeachtet liegen, da seine Söhne sich sogleich um das Erbe stritten. Als er schließlich, wie es sein Wille war, in der Abteikirche in Caen bestattet wurde, brach sein bereits verwesender Leichnam auf, als der Sarg in die Grube gesenkt wurde, und verbreitete einen solchen Gestank, dass außer ein paar Mönchen die gesamte Trauergemeinde floh.

Im 16. Jahrhundert schließlich wurde sein Grab während der Religionskriege geplündert und seine Knochen verstreut. Erst 1983 fand man einen Schenkelknochen wieder, der nun als einziges Relikt Wilhelms in seinem Grab im Chor von Saint-Étienne ruht. Auch die Kirche wurde während dieser Unruhen schwer beschädigt, im 17. Jahrhundert jedoch vergleichsweise sensibel wieder restauriert. Ein Porträt Wilhelms aus dem Jahr 1708 befindet sich in der Sakristei. Allerdings gleicht er daruaf mehr dem englischen König Heinrich VIII.
Nur wenige historische Gebäuden haben darüber hinaus das Bombardement von 1944 überstanden, so auch die Kirche St-Pierre zu Füßen des Haupteinganges der Burg. Das mit Geldern wohlhabender Bürger gebaute Gotteshaus besticht durch seinen schönen Turm und dem aufwendig gestalteten Chor.

In der Rue Saint-Pierre, im Hôtel d'Escoville, einem Stadthaus aus dem 16. Jahrhundert mit üppigen Skulpturenschmuck und sehenswertem Innenhof, ist das Touristenbüro (Office de Tourisme) Caen untergebracht. Auch zwei Fachwerkhäuser aus dem 16. Jahrhundert befinden sich noch in dieser Straße. Das älteste erhaltene der Stadt, das Maison des Quatrans, stammt aus dem 15. Jahrhundert und liegt an der Rue de Géôle westlich der Burg.
In den kleinen, verkehrsberuhigten Seitenstraßen der Rue Saint-Pierre zwischen Burg und Abbaye-aux-Hommes findet man noch etwas vom Altstadtflair. So zeugen die Rue Froide, die Rue Vauquelin oder die Rue aux Fromages mit ihren Szene-Cafés, Naturkostläden und Buchantiquariaten vom studentischen Einfluss. Letzte Station beim Stadtrundgang in Caen ist der Yachthafen "Bassin Saint-Pierre". Hier findet am Quai Vendeuvre ein lebendiger Markt statt. Ein Kurzurlaub in einer Ferienwohnung in Caen ist das ganze Jahr hindurch eine gute Idee.

Foto: VoyageMedia.de für Normandie-Netz

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