Normandie - französische Provinz

Normandie - französische Provinz Normandie - französische Provinz mit anglophiler Vergangenheit und europäischer Zukunft

Normandie - französische Provinz

Bis 1469 blieb die Normandie ein eigenständiges Herzogtum. Als der letzte Herzog, Charles de France, enteignet und der Herzogsring zerbrochen wurde, fiel die Normandie in den Besitz der französischen Krone. Dennoch wurde die >Charte aux Normands< 1485 nochmals bestätigt, womit der Provinz und den Regionen in der Normandie auch weiterhin eine gewisse Autonomie zugestanden wurde. 1514 wurde das Schatzamt in Rouen zum Parlament umgewandelt. Die königlichen Bestrebungen zur Zentralisierung und mithin Entmachtung der Provinzen stießen in der Normandie auf den schärfsten Widerstand. Die Abenteuerlust und Eroberungsfreude der Normannen blieb trotz aller Auseinandersetzungen in der Heimat ungebrochen. Sie gingen wie ihre Vorfahren, die Wikinger, wieder per Schiff auf Entdeckungsfahrt. Der Abenteurer Jean de Béthencourt erklärte sich 1402 zum König der Kanarischen Inseln. 1500 erforschte der Seemann Jean Denis aus Honfleur das Mündungsgebiet des St.-Lorenz-Stroms. In Dieppe machte sich 1524 der Florentiner in Diensten des französischen Königs, Verrazano, im Auftrag des Diepper Reeders Jean Ango auf den Weg nach Westen, erkundete >Neu-Frankreich< und entdeckte jenen Landstrich, auf dem später New York entstehen sollte.

Hugenotten aus Le Havre und Dieppe siedelten sich in Rio de Janeiro und in Florida an. Ebenfalls aus Dieppe kam der Reeder Samuel de Champlain, der 1608 die franko-kanadische Provinz Ouebec gründete, in deren Namen noch die altskandinavische Bezeichnung >bec< für Wasserlauf vorhanden ist. Der Normanne Pierre Belain d'Esnambuc nahm 1635 Martinique im Namen des Königs in Besitz und kolonisierte bald darauf auch Guadeloupe. 1682 schließlich entdeckte Cavelier de la Salle aus Rouen die Region um das heutige Chicago, fuhr mit seinem Schiff den Mississippi hinab und gründete den Staat Louisiana. Die Normandie selbst aber fand noch lange keine Ruhe. Mitte des 16. Jh. griff die Reformation auch auf Frankreich über. Johannes Calvin trat 1530 in Paris als Reformator auf, musste aber wenige Jahre später fliehen. Die Anhänger Calvins, Hugenotten genannt, wurden grausam verfolgt, auch wenn einige Potentaten zum neuen Glauben übergetreten waren. Protestantische Bilderstürmer zerstörten Kirchen und Klöster, aber auch ein neuer Krieg suchte die Normandie heim, in dessen Verlauf Städte, Landgüter und Kirchen geplündert wurden. In Frankreich hatten sich zwei starke Machtparteien unter dem Banner der Religion formiert: die katholischen Guisen aus Lothringen unter dem Herzog François de Guise und die hugenottischen Bourbonen unter dem König von Navarra. England stellte sich auf die Seite der Hugenotten, wurde aber von den Guisen schließlich aus Frankreich vertrieben, wobei sie ihren letzten Stützpunkt, Calais, verloren.

1572 wurde Marguerite, die Tochter des katholischen Königs und Maria de Medicis, mit Henri, dem Sohn des hugenottischen Königs von Navarra, verheiratet. Die Hochzeit nutzten die Guisen und Maria de Medici, um während der Bartholomäusnacht die hugenottischen Gäste umzubringen. Erneut kam es zum Bürgerkrieg, und schließlich ließ König Henri III. seinen politischen Widersacher Henri de Guise ermorden und versöhnte sich mit seinem Schwager Henri de Navarra, der nach der Ermordung Henris III. durch einen Mönch als Henri IV. zum König von Frankreich gekrönt wurde. Die Guisen jedoch kämpften weiter gegen den hugenottischen König und besetzten nahezu alle Städte in der Normandie. Bei Arques-la-Bataille südlich von Dieppe schlug Henri die Guisen vernichtend. Den Frieden konnte er aber erst wieder herstellen, als er zum katholischen Glauben übertrat. Im Edikt von Nantes versprach er den Hugenotten immerhin Glaubensfreiheit. Die Normandie blieb jedoch ein Unruheherd. Es gab immer wieder kleinere Aufstände des niederen Adels, die sich gegen Steuererhöhungen ebenso wehrten wie gegen zunehmende Zentralisierungsbemühungen des französischen Königs. Auch die Engländer tauchten wieder vor der Küste der Normandie auf, diesmal in einer inneren Angelegenheit. 1688 wurde der katholische König Jakob II. Stuart von England von seinem Schwiegersohn Wilhelm von Oranien entthront und floh nach Frankreich. Mit Hilfe irischer Truppen und unter dem Schutz einer französischen Flotte versuchte er, seinen Thron zurückzuerobern. In St-Vaast im Cotentin sammelte er seine kleine Armee, um nach England überzusetzen. Doch eine englisch-holländische Flotte kam ihm zuvor. Jakobs irisch-französische Armee wurde geschlagen und Küstenstädte angegriffen. Der Gefahr einer möglichen englischen Invasion wurde nun durch den Bau der Festungen in St-Vaast und auf der Insel Tatihou vorgebeugt.

Foto: Maison de Normandie

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